Judo - Der sanfte Weg

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Judo übersetzt 'der sanfte Weg' ist ein aus Japan stammender Zweikampf und Selbstverteidigungssport, der seine Wurzeln im alten waffenlosen Kampfsport der Samurai Jujutsu hat. Der Gründer, Jigroro Kano, verzichtet dabei auf Techniken, Griffe und weitere Übungen die gefährlich waren oder verletzen konnten. Durch seine festen Regeln für Angriff und Verteidigung konnte sich Judo als faire Wettkampfsportart etablieren und wurde 1964 olympisch und ab 1972 als fester Wettbewerb bei Olympia eingeführt.

Ziel im Kampf

Im Kampf geht es darum dem Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, was auf verschiedenste Wege erreicht werden kann, z.B. durch das Packen oder Ziehen des Gegners oder durch das Nutzen des Überraschungsmoments. Der Gegn er darf mit einer beliebigen Wurftechnik zu Boden befördert werden und dort mit einem Haltegriff fixiert werden. Sollte dies in einem Kampf gelingen, gewinnt man diesen.

Ziele beim Judo

Judo fördert durch das intensive Training auch die Persönlichkeitsent wicklung, da man nicht nur lernt, sich zu verteidigen, sondern auch mit dem Urteil der Trainers umgehen können muss, wenn dieser mit der technischen Ausführung der jeweiligen Würfe nicht einverstanden war. Ebenso wird man disziplinierter und lernt auf sein Gegenüber zu achten und diesen zu respektieren. Dies kann einem in zukünftigen Lebenssituationen weiterhelfen.

Optimismus, Leistungsbereitschaft und gute Laune sind Dinge, die man auf jeden Fall mitbringen sollte. Ein guter Freund allerdings wäre aber au ch nicht fehl am Platz, um gemeinsam trainieren zu können, allerdings werden die Partner auch mal gewechselt und somit lernt der Judoka ebenfalls, sich gegen verschiedenste Gegner und in neuen Situationen zu behaupten. Letztlich werden die Prüfungen, um de n nächsten Gürtel zu erhalten stark partnerbezogen durchgeführt. Man trainiert lange Zeit mit derselben Person, lernt diese zu schätzen und wenn man den Erfolg dann zusammen erzielt, wird das Training zu einem ganz besonderen Gemeinschaftserlebnis. Grundsä tzlich kann man mit allen Trainingskameraden auf die Matte gehen und sich mit ihnen messen. Jedoch kann man sich bei den Würfen bisweilen auch kleinere Blessuren einfangen, daher sind eine gewisse Ausdauer, Ehrgeiz und Schmerztoleranz nicht verkehrt.

Gründungsgeschichte des Judo

Den Beginn der Entstehung des Judo könnte man auf den Tag datieren, als Geheimrat Bälz aus Bietigheim, ein Deutscher wohlgemerkt, an der kaiserlichen Universität in Japan seinen neuen Schülern begegnete. Er war entsetzt. Aufgrund ihres schwächlichen und blasse n Aussehens ermutigte er sie dazu ihre alten Kampfkünste zu studieren. Einer seiner Schüler Jigoro Kano studierte letztlich nicht nur bei einem Meister, sondern bei vielen. Er erlernte die Selbstverteidigungstechniken, eine nach der anderen und schnell fiel ihm auf, dass einige einseitig und unnötig verletzend waren. Nach Jahren des Studiums erfand er ein System durch das nicht nur der Körper ausgebildete, sondern auch den Geist allumfassend bildete und erzog. 1882 eröffnete Kano eine eigene Schule, den Kod okan, den Ort zum Studium des Weges. Bald unterrichtete er eine wachsende Zahl von Schülern mehr als nur die simple Kunstfertigkeit der JiuJitsu Schulen. Er lehrte sie ein ganz neues Zweikampf System, welches auf dem Prinzip des Nachgebens basierte. Deshalb nannte er es Judo, da Ju mit sanft oder nachgiebig und do mit Weg bedeuten, also der Sanfte Weg. Da dieses System so überlegen war und Kano eine außergewöhnliche Persönlichkeit gehabt haben soll verbreitete sich das Judo rasend schnell in der Welt.

Techniken

Wurftechniken bestehen daraus seinen Gegner am besten überraschend aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihn dann auf die Matte zu befördern.
O-Goshi: Bei dieser Hüftwurftechnik greift der Angreifer (Tori) seinen Partner (Uke) mit der rechten Hand am Kragen des Judo Anzugs und mit der linken Hand am Ärmel. Ebenso wird der Angreifende so gefasst. Durch einen Schritt rückwärts zieht Tori Uke auf die Zehenspitzen und bring ihn aus dem Gleichgewicht. Die Hand am Kragen wird auf den Rücken von Uke gelegt, während man sich eindreht und die Distanz zueinander verkürzt. Dabei lädt Tori Uke auf seinen Rücken, geht etwas in die Knie und zieht den Gegner zu Boden. Es existieren natürlich noch viele weitere Versionen dieses W urfes und zahlreiche weitere Wurftechniken und übungen, wie z.B. Fegetechniken, Schultersturztechniken und Kontertechniken. Mit steigendem Schwierigkeitsgrad steigt auch der Trainingsaufwand, um diese Techniken zu beherrschen.

Gürtelstufen

Die Entwicklungsstufen werden durch die Gürtel angezeigt:

  • Weiß
  • Weiß gelb
  • Gelb
  • Gelb Orange
  • Orange
  • Orange Grün
  • Grün
  • Blau
  • Braun
  • Schwarz

Die Gürtel mit zwei Farben werden Zwischengürtel genannt. Die Prüfungen finden halbjährlich statt und setzen regelmäßige Trainingsbeteiligung voraus. Körperliche Voraussetzungen wie z.B. Kraft werden ab dem Orange Grünen Gürtel besonders wichtig, so dass ein gewisses Alter indirekt Voraussetzung ist. Ausschluss von Gürtelprüfungen erfolgt bei mangelnder Trainingsbeteiligung.

Katas (Zeremonien)

Ab dem Orange Grünem Gürtel wird man nicht nur auf Haltegriffe und Wurftechniken geprüft sondern auch auf eine zeremonielle Art des Werfens die Kata. Ab diesem Punkt wird ein zweiter, externer Prüfer eingeladen werden, um die Prüfung durchzuführen. Die Prüfungen umfassen dann Katas, Wurftechniken, Haltegriffe und Hebel und Würgetechniken. Das Anspruchsvolle an der Kata ist, dass man sich mit seinem Partner synchron in einer strengen Abfolge begrüßen und jeweils drei vorgegebene Würfe links und drei Würfe rechts ab solvieren muss. Final ist die Ausgangsposition wieder einzunehmen. Diese vermeintlich banal klingende Zeremonie erfordert jedoch eine sehr intensive Trainingszeit und Harmonie mit dem Partner.

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